(2019-04-05, Reinfeld, SBS) Laut dem WWF fluten jede Minute circa 15.000 Kilogramm Plastikmüll in die Ozeane. Es verteilt sich über die Meeresströmungen auf der ganzen Welt und gelangt bis in die Tiefsee und ins Eismeer, wie auch in den Körper der Tiere und Menschen. Sichtbar ist der Plastikmüll an der Wasseroberfläche in Form von Müllstrudeln und an Stränden, die davon übersäät sind. Deshalb ist es einer 15-köpfigen Arbeitsgruppe aus Reinfeld wichtig, Plastikfrei einkaufen zu können. Aber wie?

Rolf Thielmann (auf dem Foto oben: links) und Linda Witte (rechts) von den Grünen haben den Arbeitskreis „Plastikfreies Reinfeld“ gegründet. Vormacher der neuen Unverpackt-Methode ist der Wochenmarkthändler Jürgen Wulff (mitte), der Erzeugnisse aus kontrolliert biologischem Anbau anbietet. Zwei Stände betreibt er auf den Märkten: Einen mit Obst und Gemüse und seinen Käsestand. Das Veterinämt hat ihrem Konzept bereits vor drei Wochen zugestimmt. Nur kleine Änderungen waren notwendig.

Grundsätzlich können Obst und Gemüse in Papier anstatt Plastiktüten eingepackt werden; Verbraucher können auf Produkte, die in Plastik verschweißt sind, freiwillig verzichten; Stoffbeutel für Brot gibt es auch. Bei Wurst- und Käseprodukten ist es aber nicht ganz so einfach … Viele Einzelhändler bieten ein Unverpackt-Konzept an Frische-Theken noch nicht an, da es aus hygienischen Gründen schwer umsetzbar und deshalb rechtlich strittig ist.

Geschäfte wie LANDWEGE machen es vor: sie verkaufen in ihren Läden unverpackte Ware in mitgebrachten Behältern – also muss es hygiensche Lösungen geben. Auch beim Nachhaltigskeitspreis von Schleswig-Holstein wurde ein Konzept vorgestellt: Das vom Edeka-Händler A. Jensen teil, der ein Mehrwegdosensystem an der Frischetheke betreibt. In seinen Geschäften bietet er Mehrweg-Verpackungen an, die er selbst und nicht die Kunden reinigen!

Wichtig ist die NON-TOUCH-TECHNIK, die nun auf dem Reinfelder Wochenmarkt praktiziert wird.

Beim Unverpackt-Kaufen an der Frischetheke (alles, außer Frischfleich erlaubt) stellt der Kunde sein selbst mitgebrachtes Mehrweggefäß (bestenfalls bruchfeste Gläser, Dosen, etc) auf ein eigens dafür bereit gestelltes „Tablett“. Dieses muss bestimmte Eigenschaften haben; zum Beispiel muss es mindestens 1,5 cm hoch sein und zwei Griffe habe – Jürgen Wulff nutzt dafür einen Bräterdeckel aus Aluminium.

Der Mitarbeiter ist dafür verantwortlich, dass mittels Sichtkontrolle, optisch einwandfreie Gefäße angenommen werden. Optisch einwandfrei heißt: sauber. Der Deckel der Mehrweggefäße ist zuvor durch den Kunden zu entfernen. Enorm wichtig ist beim Auffüllen bzw. Einlegen der Produkte, dass die Wurstzangen, Gabeln, Kellen, etc nicht mit den Behältern in Berührung kommen! Wenn doch, müssen diese sofort desinfiziert werden.

Ein Video dazu, mit Anleitung für Marktbeschicker, steht auf Youtube.

Auf diesem Foto zeigen Jürgen Wulff, Linda Witte und Rolf Thielmann der Kundin Helga Lenze aus Bahrenhof (Kreis Segeberg), wie es funktioniert.

Marktbetreiber Jürgen Wulf ist auch im „Foodsharing“-Verein aktiv. Hier holt Lebensmittelretter Wolfgang Lemke Obst und Gemüse ab – natürlich unverpackt und plastikfrei!

So ein Markttag ist irgendwie nett …

 

 
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